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Moderne Einrichtungsstile: Art-déco, Neoklassizismus und High-Tech

Milya
MilyaHome Planner Team · April 6, 2022

Was einen Raum modern macht und wie Art-déco, Neoklassizismus und High-Tech mit Möbeln, Farben, Materialien und Licht umgehen.

Dunkles Wohnzimmer mit Chesterfield-Sofa, Ohrensesseln, gerahmten Bildern und gemustertem Teppich

Du magst klare Linien, aber ein Spiegel mit Goldrahmen und Parkettboden gefallen dir genauso? Kann ein Raum modern sein und trotzdem beides haben? Der Begriff „Moderner“ Stil umfasst mehr als nur einen Look. Dieser Ratgeber vergleicht vier moderne Einrichtungsstile: das moderne Interieur selbst, Art-déco, Neoklassizismus und High-Tech. Du erfährst für jeden Stil alles über Merkmale, Möbel, Farben und Beleuchtung – und wo die Fallen liegen.

Was ist moderner Einrichtungsstil?

Es ist ein schlichter, praktischer Stil mit klaren, geraden Linien, erdigen Farben und wenig Dekoration. Da er sich ständig weiterentwickelt, lässt er sich schwerer definieren als die meisten anderen Stile. Sein Herzstück ist die moderne Kunst, die als Teil des Raums eingesetzt wird.

Seine Wurzeln liegen in der skandinavischen und deutschen Architektur und dem Design beider Regionen, die jeweils für schlichte, schnörkellose Ideen bekannt sind. Erdige Töne sind typisch, oft nah am Monochromen, manchmal bis hin zu weiß getünchten Räumen. Möbel, Armaturen und selbst Kunstobjekte sind dezent gestaltet.

Möbel. Moderne Möbel stehen fast immer auf sichtbaren Beinen. Das gilt für Stühle genauso wie für Hocker und Sofas.

Materialien. Eine moderne Einrichtung kombiniert oft verschiedene Materialien, bleibt dabei aber in erdigen Tönen:

  • Holz,
  • Stein,
  • Echt- oder Kunstleder.

Funktion zuerst. Im Vergleich zu ähnlichen Stilen legt ein modernes Interieur weniger Wert auf das Aussehen als auf Nutzen und Zweck.

Minimalistisch, aber warm. Der Stil bedient sich stark am Minimalismus, daher sind die Linien klar und gerade. Dennoch bewahrt ein moderner Raum eine Wärme, die rein minimalistischen Räumen oft fehlt. Der Grund ist das Zusammenspiel warmer, erdiger Nuancen: Braun- und Grüntöne sind weit verbreitet.

Offene Räume. Ein modernes Interieur bevorzugt den Offenen Plan: Bereiche, die ohne Wände oder Trennwände ineinander übergehen. Zwei typische Beispiele sind eine Küche direkt neben dem Esszimmer oder ein Wohnzimmer, das sich zu einem Unterhaltungsbereich öffnet. Das Ergebnis wirkt luftig und frei. Der Haken dabei: Wenn Wände fehlen, müssen Möbel die Grenzen der einzelnen Bereiche markieren.

Was macht den Art-déco-Stil aus?

Markante Geometrie, Gold, poliertes Metall und großzügige Möbel. Moderne Formen, entworfen für einen luxuriösen Look.

Art-déco hat seinen Namen von den Arts Décoratifs, nach der Exposition Internationale des arts décoratifs et industriels modernes (Internationale Ausstellung für moderne dekorative und industrielle Kunst), die 1925 in Paris stattfand. Der Stil verbindet klassische und moderne Innenarchitektur. Feine Handwerkskunst ist sein Markenzeichen.

Viele schätzen Art-déco, doch manche seiner Elemente überdauern die Zeit besser als andere.

Statement-Spiegel. Sie stehen ganz oben auf der Liste. Entscheidend ist der Metallrahmen – besonders wenn er auf Hochglanz poliert ist. Der Spiegel selbst kann fast jede geometrische Form annehmen.

Geometrie. Ausgeprägte geometrische Formen sind das Herzstück des Stils. Auf Dreiecken aufgebaute Formen wie Pyramiden, Sanduhren und Kegel dienen häufig als Sockel oder Gestell. Du findest sie an Esstischen, Couchtischen und sogar an Sitzmöbeln: Sie verraten sofort den Art-déco-Stil des Raums.

Gold. Der Stil stammt aus den 1920er-Jahren, einem lautstarken und glamourösen Jahrzehnt, weshalb Glanz eine große Rolle spielt. Goldene Akzente an Deko und Möbeln fügen sich ganz natürlich ein. Ein typisches Objekt der 1920er-Jahre, wie etwa ein Servierwagen, rundet das Gesamtbild ab.

Große Möbel. Art-déco ist keineswegs dezent, daher braucht jedes Stück eine große Stellfläche. Wähle ein oversized, weiches Sofa in kräftigen Unifarben, idealerweise mit einem Gestell aus massivem, schwerem Holz wie Teak. Der Nachteil: In einem kleinen Raum kann ein einziges solches Sofa die ganze Fläche einnehmen – miss also nach, bevor du kaufst.

Kunst der Epoche. Für einen direkten Bezug zu den 1920ern hängst du Schwarz-Weiß-Drucke der damaligen Stars auf. Jeder Rahmen sollte groß, vergoldet und imposant sein.

Woran erkennt man den neoklassizistischen Stil?

An seiner ruhigen, vornehmen Ausstrahlung: sanfte, helle Farben, Holz und Parkett, kassettierte Wände und mehrstufiges Licht. Es ist eine moderne Interpretation klassischer Räume – und wo Art-déco laut ist, gibt sich dieser Stil leise. Holz ist überall: in den Möbeln und als geometrisches Parkett auf dem Boden.

Der Stil orientiert sich an der Vergangenheit, weshalb ein echter oder optischer Kamin in einer neoklassizistischen Einrichtung oft zu finden ist.

Decke. Blick nach oben: Die Decke ist weiß, matt oder seidenglänzend, manchmal mit einer dekorativen Rosette um den Kronleuchter.

Wände. Die Wände sind in geradlinigen, ordentlichen Kassetten gestaltet. Für etwas Abwechslung lockern manche Designer sie mit floralen Motiven auf.

Stoffe. Getreu seiner Geschichte verwendet der Stil für Vorhänge und Bodenbeläge fast ausschließlich Naturtextilien. Teppiche sollten nicht zu groß sein. Ein guter Teppich hebt ein zentrales Objekt oder einen Bereich dezent hervor.

Beleuchtung. Das Licht wird in mehreren Ebenen aufgebaut, die harmonisch zusammenwirken:

  • ein Kronleuchter,
  • mehrere asymmetrisch platzierte Stehlampen,
  • verzierte Wandleuchten.

Schlafzimmer. Hier ist ein großes, elegantes Bett unverzichtbar, meist mit passenden Nachttischen oder Kommoden. Platziere über dem Bett einen runden Spiegel mit verziertem Rahmen oder ein Kunstwerk, das den Blick auf ähnliche Weise auf sich zieht. Ein großer Kronleuchter oder eine Pendelleuchte an einem langen Stab in der Deckenmitte macht den Raum komplett.

Welche Materialien prägen den High-Tech-Stil?

Kunststoff, Metall, Glas und Chrom mit glatten, schlichten Oberflächen und verborgener Technik. Der Stil macht funktionale Elemente zur Dekoration.

High-Tech-Einrichtungen entstanden während des Technologiebooms Ende des 20. Jahrhunderts. Der Stil nutzt neue, langlebige Materialien für Objekte, die praktisch und meist kleiner sind als ihre Vorgänger.

Erscheinungsbild. Zusammen verleihen diese Materialien dem Raum ein futuristisches Aussehen. Einbauten und Installationen verbergen ihre Technik häufig hinter Verkleidungen. Die Möbel sind minimalistisch, rein funktional und in schlichten geometrischen Formen gehalten.

Wände. Helle, neutrale Farben eignen sich am besten:

  • Weiß,
  • Beton,
  • Beige,
  • Hellgrau,
  • Creme.

Klares oder satiniertes Glas, poliertes Metall und Spiegel lassen den Raum größer wirken und bleiben dem Stil treu.

Böden. Der Boden ist unabhängig vom Material fast immer glänzend. Gute Optionen:

  • Vinylfliesen,
  • Feinsteinzeug,
  • Laminat.

Verzichte auf Teppiche und andere textile Bodenbeläge sowie auf Muster und Motive. Passend zum High-Tech-Charakter kann der Boden sogar temperierbar sein.

Dekoration. Manche Wohnungsbesitzer ergänzen eine Neonreklame. Auch Poster von Science-Fiction-Filmen oder offizielle Fanartikel passen ins Bild. Der Haken: Nutze diese Elemente nur sehr sparsam. Ein High-Tech-Raum verträgt nicht viele Objekte, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Teste einen Stil in deinem eigenen Grundriss

Ein Stil lässt sich im eigenen Raum viel besser beurteilen als auf einem Foto. Zeichne deinen Raum in Home Planner und teste Art-déco-, neoklassizistische oder High-Tech-Möbel im selben Grundriss, bevor du etwas kaufst.

In Home Planner kannst du deinen Raum ausmessen sowie 2D- und 3D-Grundrisse erstellen. Richte den Raum mit Produkten bekannter Möbelmarken ein, erstelle Visualisierungen des Ergebnisses und nutze fertige Layouts für Schlafzimmer, Badezimmer oder Wohnzimmer als Ausgangspunkt.

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