Home Planner
Zurück zum BlogFür Designer

Raumplanung im Interior Design: Prinzipien und Tipps

Home Planner
Home PlannerApp-Team · March 30, 2022

Was Raumplanung bedeutet, die vier Prinzipien vor dem Zeichnen, wie du dich vom groben Plan zu den Details vorarbeitest, und vier Tipps für fast jedes Projekt.

3D-Hausmodell mit offenem Dachstuhl, handgezeichneten Maßen und gerollten Bauplänen

Dein Kunde wünscht sich ein ruhiges Schlafzimmer, einen Bereich für die Hausaufgaben der Kinder und Platz für Treffen mit Freunden an einer Hausbar. Der Grundriss steht fest. Bevor du eine einzige Farbe oder einen Stuhl auswählst, musst du entscheiden, was wohin kommt und wofür jeder Bereich wirklich da ist.

Diese Entscheidung ist die Raumplanung im Interior Design: eine eingehende Analyse, wie ein Raum genutzt werden wird. Trends bei der Inneneinrichtung ändern sich ständig, dieser grundlegende Schritt jedoch nicht. Überspringst du ihn, zeigen sich offensichtliche Fehler erst später, wenn ihre Korrektur viel Geld kostet.

Dieser Leitfaden erklärt die Raumplanung in einfachen Worten und zeigt, wie du sie bei echten Projekten anwendest.

Was ist Raumplanung im Interior Design?

Die Raumplanung ist der Entwurf für das Interior Design. Sie kommt noch vor dem eigentlichen Gestaltungsprozess. Jede Wohnräume betreffende Einrichtung hat eigene Anforderungen. Die Raumplanung sorgt dafür, dass der Designer drei Aspekte stets im Blick behält: den Zweck des Raumes, seine funktionalen Anforderungen und sein Layout.

Diese drei Faktoren stehen manchmal im Konflikt mit dem Stil, den der Kunde bevorzugt. Mithilfe der Raumplanung schließt du die Lücke zwischen einem Entwurf, der funktioniert, und der Vorstellung, die der Kunde im Kopf hat.

Welche Raumplanungsprinzipien stehen an erster Stelle?

Vier Stück: die Kategorie des Raumes, sein Hauptzweck, sein Nebenzweck und die Bewegungsabläufe. Prüfe diese vier Grundlagen, bevor du irgendetwas zeichnest.

1. Die Kategorie des Raumes

Fast jeder Raum fällt in eine oder mehrere dieser drei Kategorien:

  1. Privat: Räume, die für die Privatsphäre reserviert sind, wie etwa ein Schlafzimmer.
  2. Gesellig: Räume für Zusammenkünfte, wie das Wohnzimmer oder das Esszimmer.
  3. Arbeit: Räume, in denen gearbeitet wird, wie etwa ein Arbeitszimmer.

In manchen Wohnungen kommt noch eine vierte Kategorie hinzu, der Stauraum: Bereiche, in denen Dinge aufbewahrt werden, wie etwa ein Wandschrank.

2. Der Hauptzweck

Jede Art von Raum kann verschiedenen Aktivitäten dienen. Ein Schlafzimmer kann für Erwachsene, Jugendliche oder Kleinkinder gestaltet sein. Ein Stauraum kann eine Speisekammer oder ein begehbarer Kleiderschrank sein.

Das Design des Bereichs ändert sich mit seinem genauen Zweck. Der Zweck bestimmt auch deine übrigen Entscheidungen: Beleuchtung, Boden (für die Reinigung, die Sicherheit oder beides), Zugang zu anderen Räumen und Zugang nach draußen.

3. Der Nebenzweck

Die meisten Räume erfüllen mehr als eine Funktion. Gutes Interior Design wägt diese Funktionen gegeneinander ab, sodass der Raum sowohl den Haupt- als auch den Nebenbedürfnissen gerecht wird.

Beispiel: Ein Küchentisch dient oft gleichzeitig als Schreibtisch für Hausaufgaben. Die Gestaltung konzentriert sich auf das Essen, aber eine Beleuchtung mit zwei Lichteinstellungen sorgt für eine hellere Umgebung, wenn die Kinder lernen.

4. Bewegungsabläufe

Schau dir an, wo die Türen sind, wo die Möbel stehen und wo sich andere funktionale und dekorative Elemente befinden. Betrachte dann die freien Flächen: ihre Größe, ihre Form und ihre Position.

Eine Hausbar braucht viel freie Fläche um sich herum, da die Leute dort stehen und sich bewegen. Ein Esstisch braucht weniger Platz, da die meisten Menschen sitzen und an einem Ort bleiben.

Zweck und Ziele der Raumplanung

Raumplanung macht Interior Design menschlich. Sie blickt über Theorie und Logik hinaus und stellt zwei Fragen: „Funktioniert das in der Praxis? Wie können wir es noch besser machen?“

Sie berücksichtigt auch die psychologischen Bedürfnisse der Menschen, die den Raum nutzen werden. Eines dieser Bedürfnisse ist das Gefühl von Harmonie. Ein gut geplantes Zuhause fließt nahtlos von einem Bereich in den nächsten, wobei Form und Funktion eine Einheit bilden. Designer nennen das „Zeit- und Raumdesign“.

Die Raumplanung bringt außerdem Ordnung in den Gestaltungsprozess. Ohne einen klaren Handlungsplan können selbst talentierten und erfahrenen Designern entscheidende Fehler unterlaufen. Das Versäumnis erscheint im Nachhinein offensichtlich, passiert aber trotzdem immer wieder.

Viele Designer schätzen den Kundenkontakt bei der Raumplanung. Der Kunde ist die wichtigste Person in diesem Prozess, und eine gemeinsame Planungsphase zeigt ihm, wie du denkst und warum du jede Entscheidung triffst.

Wie geht man bei der Raumplanung vor?

So funktioniert die Raumplanung: Arbeite dich in fünf Phasen vom Allgemeinen zum Detail vor. Jede Phase bringt deine Idee einen Schritt näher an ein detailliertes Gesamtbild des Raumes.

Phase 1 – Die Planung

Jedes erfolgreiche Projekt beginnt mit einem realistischen, durchdachten Plan. Beginne mit den oben genannten vier Grundlagen. Erstelle als Nächstes eine Liste mit den Anforderungen und Wünschen des Kunden. Die Schnittmenge beider Listen bildet das Fundament des Projekts.

Phase 2 – Der grobe Plan

Wende dich nun dem physischen Raum zu. Beginne mit einem Plan der Räumlichkeiten – eine Skizze reicht völlig aus. Trage deine Ideen darauf ein, basierend auf den vier Grundlagen. Dieser Plan zeigt die konzeptionelle Nutzung jedes Raumes und leitet dich durch die restliche Gestaltung.

Phase 3 – Die konzeptionelle Nutzung

Die konzeptionelle Nutzung legt die physischen Aspekte fest: Bodenfläche, Layout und Thema. Vergleiche die Größen angrenzender Räume und prüfe, wo sich jeder einzelne befindet.

Häufiger Fehler: Ein Schlafzimmer oder ein Arbeitsbereich wird direkt neben einem geselligen Raum platziert, etwa einem Fernseh- oder Billardzimmer. Verlege den ruhigen Raum noch in dieser Phase abseits des Lärms, solange er nur eine Linie auf einem Plan ist.

Phase 4 – Die Teilbereiche

Unterteile jeden Hauptraum in Teilbereiche. Der Haupt-, Neben- und Tertiärzweck des Bereichs entscheidet darüber, welche das sind. Ein Arbeitszimmer verfügt beispielsweise über einen Arbeitsbereich, Stauraum für Aktenschränke und vielleicht eine kleine Tee- oder Kaffeeküche.

Phase 5 – Die Details

Füge nun die Details hinzu. Wähle im Arbeitszimmer zwischen einem geraden Schreibtisch und einem Eckschreibtisch sowie zwischen Regalen und Aktenschränken. Entscheide, ob die Miniküche ein Waschbecken erhält, was auch entsprechende Wasseranschlüsse bedeutet.

Welche Raumplanungstipps funktionieren bei fast jedem Projekt?

Nutze Vorhandenes, sei selektiv, lass Raum für Bewegung und halte Sichtachsen frei. Im Detail heißt das:

  1. Nutze Vorhandenes. Es muss nicht alles verändert werden. Wenn etwas funktioniert, behalte es bei und baue darauf auf.
  2. Sei selektiv. Fülle einen Raum nicht nur, weil er leer ist. Eine freie Fläche kann manchmal mehr bewirken als ein vollgestellter Raum.
  3. Lass Raum für Bewegung. Platz zum Bewegen verleiht dem Raum einen ruhigen, natürlichen Fluss.
  4. Halte Sichtachsen frei. Freie Blicke in den nächsten Raum oder nach draußen sind ein echter Gewinn.

Große Bereiche folgen einem weiteren Prinzip: Teilen und herrschen. Gliedere sie durch Wände, Möbel, Teppiche und besondere Blickfänge.

Warum sich Raumplanung auszahlt

Gutes Interior Design steht und fällt mit der Raumplanung. Sie führt zu zufriedenen Kunden, und zufriedene Kunden helfen dir, dir in der Branche einen Namen zu machen und dein Geschäft auszubauen.

Sie schärft auch deine Fähigkeiten. Kundenfragen bringen dich zum Nachdenken, Hinterfragen und dazu, deine Ideen aus neuen Blickwinkeln zu betrachten. Für kreative Profis ist das eine Belohnung für sich.

Wenn dich das nächste Mal ein Kunde fragt: „Was ist eigentlich Raumgestaltung?“, hast du die passende Antwort und eine Methode, die sie belegt: eine praktische, lebendige Einrichtung, in der sich dein Kunde rundum wohlfühlt.

Plane den Raum, bevor du ihn einrichtest

Ein grober Plan auf Papier zeigt die Idee. Ein ausgemessener Entwurf, den du in 3D betrachten kannst, zeigt, ob sie funktioniert. In Home Planner kannst du den Raum ausmessen, 2D- und 3D-Grundrisse zeichnen, sie mit Produkten bekannter Marken einrichten, Visualisierungen deines Entwurfs erstellen und mit fertigen Layouts für Schlafzimmer, Badezimmer, Wohnzimmer und mehr starten. Teste die fünf Phasen an deinem eigenen Plan.

Home Planner

An deinem eigenen Projekt ausprobieren

Kostenlose App für Raumplanung und Inneneinrichtung